Wer „integriert“ sagt, muss auch Internet
meinen. Im Spektrum aller Instrumente der integrierten Kommunikation
hat der Internetauftritt seinen festen Platz erobert. Die Zeiten
sind passé, in denen alles getan war — mit Anzeigen
und Spots, Messen und Verkaufsförderung. Und glücklicherweise
wird der Webauftritt längst nicht mehr als reines IT-Thema
betrachtet. Vielmehr genießt er in den Marketingabteilungen
die gleiche Aufmerksamkeit wie die „klassischen“ Medien:
Mit mehr oder weniger Lehrgeld wurde erkannt, dass Websites kein
billiges Abfallprodukt einer aufwändigen Unternehmensbroschüre
sein können. Auch mussten Versuche fehlschlagen, einen Webauftritt
„mal eben“ auf einem Blatt aufzuzeichnen. Die unterschiedlichen
Kanäle zu einem einheitlichen Erscheinungsbild mit konsistenter
Botschaft zusammenzuführen, stellte und stellt die Branche
jedoch vor große Herausforderungen: Wie soll die integrierte
Kommunikation in der Praxis umgesetzt werden?
Das Beispiel des Kundenberaters zeigt plastisch
die Problematik: Welchen Mitarbeiter soll eine Agentur denn nun
zum Kunden schicken? Den Marketing-Strategen? Den Computer-Geek
mit Medienaffinität? Am besten beide zusammen? Wie jedoch
nimmt der Kunde das Einlaufen einer ganzen Mannschaft auf? Schließlich
muss er ja die zahlreichen Köpfe am Konferenztisch bezahlen
und sich dabei auf zusätzliche Ansprechpartner einlassen.
Virtuose Berater zu finden, welche die Medienklaviatur beidhändig
bespielen können, ist eine überraschend große
Herausforderung. Denn sicher ist: Bei aller Arbeitsteilung und
Spezialisierung wird es keinesfalls ausreichen, den Berater ausschließlich
vorbereitete Checklisten abfragen zu lassen und erst zurück
im sicheren Hauptquartier mit Experten die Details zu klären.
Zu theoretisch? Zu weit hergeholt? Haben Werbeagenturen
nicht inzwischen ganz gut gelernt, mit den Möglichkeiten
des Webs umzugehen? Hat der technologische Fortschritt nicht schon
immer neue Medienkanäle entwickelt, die von der werbenden
Zunft erobert wurden?
Alles richtig. Doch: Mit der Erschließung
des Internets verschaffte sich die Werbebranche mehr als nur zusätzliche
Werbefläche. Gleichzeitig koppelte sie unlösbar an die
IT-Lokomotive an, die nun das Tempo mit zusätzlichem Schub
antreibt:
So genügt die Website von gestern den Ansprüchen
von heute schon lange nicht mehr: Die Zielgruppe erwartet nützliche
Innovationen und packende Emotionalität, präsentiert
auf der eigenen Hardware — und die ist vielfältig!
Ob PC, Handy, Bordcomputer: Jede Plattform will mit einem optimal
angepassten Medienangebot versorgt sein. Im Vergleich zu Printprodukten,
bei denen die Druckqualität ganz in der Hand des Werbenden
liegt, kann eine einheitliche Darstellung bei den vielfältigen
elektronischen Kanälen nur mit viel IT-Erfahrung garantiert
werden. Webauftritte kennen darüber hinaus keine Grenzen.
Simples Übersetzen macht eine Website längst nicht global.
Experiment: Klicken Sie sich doch mal durch den deutschen Webauftritt
eines Unternehmens aus Osteuropa, Asien oder den arabischen Staaten!
Bei aller Komik: überprüfen Sie denn umgekehrt, wie
die Websites Ihrer Kunden im Ausland wahrgenommen werden? Auch
hier hilft die IT mit internetbasiertem Projektmanagement, dezentral
erstellte Produktionen von Websites in den Griff zu bekommen —
quer durch Konzerne, Kontinente und Kulturen.
Schließlich wird neben der Verteilung auch
zur Produktion von Werbemitteln reichlich IT eingesetzt: Beispielsweise
wären die engen Zeitpläne, der immense Umfang und die
geringe Fehlerzahl von technischen Produktkatalogen ohne Database-Publishing-Technologie
längst nicht mehr zu stemmen.
Langfristig werden also diejenigen Werbenden gewinnen,
deren Agenturen nicht nur kreatives Potential und strategisches
Kalkül mitbringen, sondern auch die Möglichkeiten der
modernen IT ausschöpfen können.
Wie gerade in Baden-Württemberg die spannende
Hochzeit von Werbung und IT gelingen kann, zeigen immer mehr Beispiele
in der vorliegenden Ausgabe des neuen EINBLICK.
Doris Haffner
Netzgiganten GmbH
Geschäftsleitung