„Die Mitte stirbt!“ prophezeit uns
Mittelständlern das Gesetz der Polarisierung. Nur Billigheimer
und Luxusmarken werden auf Dauer überleben. Nur globalisierte
Flaggschiffe und kleine Nischenunternehmen haben angeblich eine
Zukunft. Aber was für Aldi und Armani stimmen mag, gilt nicht
für den Mittelstand. Der Mittelstand stirbt nicht! Im Gegenteil.
Er bleibt der Motor unserer innovationsgetriebenen Konsumgesellschaft.
Nur der Mittelstand – und insbesondere der inhabergeführte
–hat den Mut zu echter Innovation. Weil er dem gesunden
Menschenverstand folgt und nicht dem Share-Holder-Value. Nur der
Mittelstand ist schnell genug, um „Firstmover“ zu
sein. Nur der Mittelstand ist nah genug am Kunden, um zu erkennen,
was „der Markt“ wirklich will!
Kommunikativ fehlen dem Mittelstand allerdings oft das Selbstbewusstsein
und die Authentizität, um einzigartig zu werben. Die Mitte
schielt auf die Kampagnen der Großen und versucht, deren
Muster nachzuahmen. Dabei besteht ihr Unternehmenserfolg doch
gerade darin, diese Muster zu brechen –anders als die Großen
zu sein. Das hat Folgen für die Kommunikation. Große
Marken leiten ihre Kommunikationsregeln aus großen Budgets
ab, die sie von großen Agenturen verwalten lassen. Aber
diese Regeln gelten nicht für den Mittelstand. Weil ein ADC-Preis
keinen Abverkauf nach sich zieht, weil Business-to-Business Kommunikation
nicht nach Cannes darf, weil ein Effi zwar ein hehrer Versuch
ist, Erfolge zu bewerten, aber allein die Einreichung oft mehr
kostet, als der jährliche Messeauftritt eines Unternehmens
mittlerer Größe. Gerade die Mitte muss mit ihren Budgets
extrem umsichtig umgehen. Und auch dafür gibt es Kommunikationsregeln.
Das oberste Gebot jeder Form von Kommunikation ist die Klarheit
einer Botschaft über alle Medien und alle Verwendungsformen
hinweg. Diese Klarheit schafft Vertrauen. Sie hilft dem Verbraucher,
sich schneller zuorientieren. Er verlässt sich auf Signale,
die er bereits kennt und nicht neu dekodieren muss. Doch ein Signal
braucht eine klare Botschaft! „The Product is the hero“
wird oft mit dieser Botschaft gleichgesetzt. Aber die Botschaft
selbst ist der Held, und nur wenn es gilt, ein überzeugendes
Produkt zu bewerben, zeigt sie das Produkt. Ist etwa der Preis
sehr gut, so wird der Preis zum Helden gemacht; ist es der Service,
so rückt dieser in den Mittelpunkt der Kommunikation. Hieraus
folgt jedoch, dass man nicht sein ganzes Heer von Argumenten zum
Helden machen kann. „Das beste Produkt zum besten Preis
mit dem besten Service“ ist keine 3-fach starke Botschaft,
sondern schlicht eine unglaubwürdige. Es gilt also, seine
eigene Richtung zu finden und diese möglichst in Alleinstellung
zu behaupten. Womit wir bei der zweiten Regel wären.
Eine Kampagne muss ihr Produkt über eine eindeutige und glaubhafte
Botschaft vermitteln. Es geht darum, die Authentizität eines
Unternehmens herauszulesen, daraus die Einzigartigkeit der Kommunikation
für dieses Unternehmen abzuleiten und diesen Ansatz immer
und immer wieder zu verteidigen. Was uns zur dritten Regel führt.
Die Erfahrung zeigt – Langfristigkeit ist oft der am schwierigsten
durchzusetzende Punkt jeder guten Kommunikation! Nur eine langfristige,
auf verlässliche Signale angelegte Konzeption sichert in
der kurzlebigen Medienwelt eine bleibende Präsenz –
und schafft die Basis dafür, dass die Investition in Werbung
auch die optimalen Ergebnisse bringt. Denn Vertrautes wird schneller
wahrgenommen und nur Wahrgenommenes wird gekauft.
Es geht also auch hier wieder um Vertrauen. Und
um Vertrauen geht es auch im vorliegenden Buch. Der EINBLICK®
stellt u.a. eine Reihe mittelständischer Kommunikationsunternehmen
für mittelständische Kunden zusammen. Damit diese Partner
zueinander finden und die Mitte nicht stirbt, sondern weiter erfolgreich
wirbt!
Christian Rechmann
Geschäftsführer der
GKW. Werbeagentur GmbH